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Uwe Höppner

Vita

    1962 geboren in Dresden
    1978 Dekorationsmaler
    1980 Assistent für Ausstellungen, Staatsoperette Dresden
    1981 Armeedienst
    1987 Gebrauchswerber
    1990 Pfleger, Altenheim in Berlin


Uwe Höppner
in der Ostsee-Zeitung, Rostock

 


Ausstellungen

    1994 Stadtbibliothek Hellersdorf
    1999 Schloss Biesdorf
    2000 „Heinrich-Böll-Stiftung”, Rostock
    2000 „Kulturetage Prohlis”, Dresden

 


Pressestimmen

Gesichter, Linien und Striche
,Höppner, du musst deine Kollwitzköppe machen, sonst nischt.’, empfahl ein Lehrer dem Künstler Uwe Höppner. Damit aber gab er sich nicht zufrieden und malte weiter, was er wollte.

Zeichnen geschieht bei Uwe Höppner fast zwanghaft, er muss einfach losmalen, etwa so wie man raucht: unvernünftig, zuviel, hastig oder genussvoll.”

[„Berliner Morgenpost”, 30.7.1999]


Nie fertig werden mit dem Leben
Man kann gegenüber den Zeichnungen schlecht neutral bleiben … Da gibt es das Gesicht einer Frau, deren verdrehter Blick zu signalisieren scheint, dass sie gerade Abschied nimmt. Und da ist das vogelkleine-hagere Gesicht eines Mannes mit Spitznase. Und da gibt es im Schoß liegende überschlanke, hagere Hände, die an eine Dürer-Radierung erinnern. Seltsam wahre Bilder, mit Bleistift, Kohle, Rötel oder Kreide gezeichnet. Und wir ahnen: so kann auch deine Zukunft aussehen … Höppner porträtiert mit großer Ehrfurcht alte, längst vergessene Leute.”

[„Berliner Abendblatt”, 4.8.1999]



„Am Anfang meiner über neunjährigen Tätigkeit als Altenpfleger stand der Wunsch, zeichnend Gefühlen Ausdruck zu verleihen, die nur schwer in Worte zu fassen sind. Zaghaft tastete sich der Stift übers Blatt, Form suchend für Ungewohntes, teilweise Erschreckendes – für die erste bewusste Begegnung mit Alter und Tod in meinem Leben.

Bald stellte sich heraus, daß mich das unsichere Gelände, dass mich die Arbeit trug, und dass ich darüber hinaus in einen Dialog fand … Mich zogen diese Gesichter magisch an, so daß ich meine freie Zeit immer öfter zeichnend mit ihnen verbrachte. Was während alltäglicher pflegerischer Verrichtungen oft unmöglich erscheint, das erweist sich in Momenten intensiven Austausches als unwiderstehbare Bereicherung.

Überraschend war für mich, wie kritisch der Prozess des Zeichnens von den Heimbewohnern reflektiert wird. Ansprüche werden geäußert, die über den Wunsch nach „Ähnlichkeit” hinausgehen, die mir innere Wahrhaftigkeit abverlangen; die zeigen, wie sich die Alten sehen und wie sie gesehen werden möchten: es ist auch die Erfahrung, wie wichtig selbst im Alter das „Äußere” ist, welche Rolle es für die Selbstbestimmung des Menschen spielt.

Voraussetzung für diese Erkundungen ist natürlich das Einverständnis, die Beziehung zu den von mir Betreuten, das Vetrauen, das sich täglich zu bewähren hat.”

[„Altenpflege”, 1/2000]