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Pressestimmen
Gesichter, Linien und Striche
,Höppner, du musst deine Kollwitzköppe machen, sonst nischt.,
empfahl ein Lehrer dem Künstler Uwe Höppner. Damit aber gab
er sich nicht zufrieden und malte weiter, was er wollte.
Zeichnen geschieht bei Uwe Höppner fast zwanghaft, er muss einfach
losmalen, etwa so wie man raucht: unvernünftig, zuviel, hastig
oder genussvoll.
[Berliner Morgenpost, 30.7.1999]
Nie fertig werden mit dem Leben
Man kann gegenüber den Zeichnungen schlecht neutral bleiben
Da gibt es das Gesicht einer Frau, deren verdrehter Blick zu signalisieren
scheint, dass sie gerade Abschied nimmt. Und da ist das vogelkleine-hagere
Gesicht eines Mannes mit Spitznase. Und da gibt es im Schoß liegende
überschlanke, hagere Hände, die an eine Dürer-Radierung
erinnern. Seltsam wahre Bilder, mit Bleistift, Kohle, Rötel oder
Kreide gezeichnet. Und wir ahnen: so kann auch deine Zukunft aussehen
Höppner porträtiert mit großer Ehrfurcht alte,
längst vergessene Leute.
[Berliner Abendblatt, 4.8.1999]
Am Anfang meiner über neunjährigen Tätigkeit als
Altenpfleger stand der Wunsch, zeichnend Gefühlen Ausdruck zu verleihen,
die nur schwer in Worte zu fassen sind. Zaghaft tastete sich der Stift
übers Blatt, Form suchend für Ungewohntes, teilweise Erschreckendes
für die erste bewusste Begegnung mit Alter und Tod in meinem
Leben.
Bald stellte sich heraus, daß mich das unsichere Gelände, dass
mich die Arbeit trug, und dass ich darüber hinaus in einen Dialog
fand
Mich zogen diese Gesichter magisch an, so daß ich meine
freie Zeit immer öfter zeichnend mit ihnen verbrachte. Was während
alltäglicher pflegerischer Verrichtungen oft unmöglich erscheint,
das erweist sich in Momenten intensiven Austausches als unwiderstehbare
Bereicherung.
Überraschend war für mich, wie kritisch der Prozess des Zeichnens
von den Heimbewohnern reflektiert wird. Ansprüche werden geäußert,
die über den Wunsch nach Ähnlichkeit hinausgehen,
die mir innere Wahrhaftigkeit abverlangen; die zeigen, wie sich die Alten
sehen und wie sie gesehen werden möchten: es ist auch die Erfahrung,
wie wichtig selbst im Alter das Äußere ist, welche
Rolle es für die Selbstbestimmung des Menschen spielt.
Voraussetzung für diese Erkundungen ist natürlich das Einverständnis,
die Beziehung zu den von mir Betreuten, das Vetrauen, das sich täglich
zu bewähren hat.
[Altenpflege, 1/2000]
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